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woschod 24.05.2010 19:41 Uhr |
Hallo Plastmodellbauer und alle "Bastler" in den anderen Kategorien,
mit diesem Forumbeitrag in loser Fortsetzung möchte ich eine Serie zum Baugeschehen des Space-Shuttle "ATLANTIS" im Maßstab 1/72 von Revell anbieten und mich damit auch etwas vorstellen. Ich bin 62 Jahre alt, langjähriges Mitglied im EPMC Dresden und baue mit Leidenschaft so ziemlich alles, aber die Vorliebe gilt dem Thema Raumfahrt. REVELL hat eine wunderbare Nachauflage des Shuttlekits in die Regale der Fachgeschäfte gelegt und somit ist es ein "Muss" für mich, diesen Bausatz zu bearbeiten. Eine gewaltige Kiste und jede Menge Plastik im Inhalt versprechen langen Bauspaß und jede Menge Umsatz beim Farbkauf. Denen, die sich an dieses Objekt wagen, empfehle ich als sehr gute Ergänzung das Büchlein "Space Shuttle" von Eugen Reichl aus der Typenkompass-Reihe des Motorbuch Verlages. Aber auch das Internet bietet sehr schöne Fotos unter Wikipedia oder auf der NASA-Homepage. Als erster Schritt erfolgt nach der Sichtung der Spritzrahmen das "Studium" der Bauanleitung und das Aufstellen des Einkaufszettels für die Farben. Die Spritzrahmen wurden in einem Seifenlaugenbad vom Formentrennwachs gereinigt und danach erfolgte das Zusammenstecken der Bauteile lt. Baustufen 1-5 der Bauanleitung. Da die Bauanleitung zwei Bauvarianten anbietet, das Shuttle mit geschlossenem Frachtraum oder geöffnet und der Nutzlast im Frachtdeck, bleibt die Qual der Wahl. Ich werde die geöffnete Variante in einem Diorama darstellen. |
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woschod 24.05.2010 19:52 Uhr |
Für das Diorama stelle ich mir wie auf dem Titelbild des Bausatzes die Erde vor, die als Standfuß das fliegende Shuttle trägt.
Aber nun zum Bau. Die Baustufen 1-5 lt. Bauanleitung stellen den ersten Bauschritt dar, das komplette Cockpit, das später über die Fenster gut einsehbar ist. Die Teile wurden vom Spritzrahmen entfernt, verputzt und zur Probe zusammengefügt. Die Teile passen in diesem Bereich sehr gut, aber die Nacharbeit besteht in der Verfeinerung des Flugdecks bzw. Cockpits. Die Gestaltung ist von REVELL nur mit Abziehbildern vorgesehen, die ich noch mit einigen Schaltern und Geräten ergänze. |
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woschod 24.05.2010 20:02 Uhr |
Da das Plastik weiß ist, werde ich das gesamte Modell innen mit der Farbe N lt. Bauanleitung lackieren, das ist eine Mischung aus 50% hellgrau/seidenmatt (371) mit 50% weiß/seidenmatt (301). Diese Farbe kommt auch im Cockpitbereich zur Anwendung und beugt dem späteren Durchscheinen von Licht durch die Außenhaut des Shuttles vor. Das Teil 9, die Grundplatte des Cockpits, wurde die Farbangabe für die Fußmatten in der Anleitung offen gelassen, ich verwende dafür steingrau/matt.
Fotos und die Fortsetzung zum Baubericht folgen, ich bitte um etwas Geduld für die Modellbauer, die dieser Bericht interessiert. Schaut doch ab und an mal rein in das Forum. |
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woschod 25.05.2010 11:24 Uhr |
Die Teile für das Cockpit sind für die Lackierung vorbereitet, d.h. auf einen Gießast aufgeklebt und in einem Halterklötzchen gelagert. Diese Klötzchen aus Holz mit Bohrungen (5 mm Durchmesser) sind sehr hilfreich für die Lackierarbeiten oder Klebearbeiten.
Weitere Bauteile, wie Düsen und Ruder, sind ebenfalls verklebt und schon vorbereitet. |
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woschod 25.05.2010 11:35 Uhr |
Während der Bauteilevormontage habe ich meinen Entschluss für die "offene Bauversion mit Einblick in die Ladebucht" getroffen. Dazu hat mich das Deckelbild der Verpackung als auch Fotos im Internet animiert. Spätestens mit dieser Entscheidung muss man sich Gedanken machen, wie das Modell präsentiert wird, denn dem Bausatz ist kein Ständer beigefügt. Ich habe zur Probe ein paar Holzrahmen aus dem Künstlerbedarf unter das mit Gummis zusammengehaltene Rumpfteil gelegt, um die Relationen abzuschätzen. Der Rahmen mit den Maßen 300mm x 300mm kommt später zum Einsatz, Kostenpunkt ca. 6,- Euro. Dies sind Arbeitsschritte, die am Beginn des Modellbaus anstehen und einen Gang in den Künstlerbedarf zur Folge haben. |
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woschod 25.05.2010 19:38 Uhr |
Die Cockpitteile, die Frachtwanne und der Cockpitbereich des Rumpfes wurden mit einem ganz hellem Grauton grundiert und liegen zum Trocknen bereit. Bevor die Frachtwanne mit Farbe behandelt werden kann, müssen die Auswerferstellen verspachtelt und geschliffen werden (Foto). Zwischenzeitlich können weitere Bauteile für den Folgeschritt 6 bis 8 entsprechend der Anleitung vorbereitet werden (Foto). Die Frachtraumwanne wurde zur Probe schon mal in den Rumpf eingepasst, das Seitenruder wurde aus zwei Hälften zusammengefügt und verschliffen.
Das Zusammenfügen der Seitenruderteile erfolgte ganz sauber mit Aceton aus dem Baumarkt, indem ein Pinsel darin getränkt und anschließend an die Trennfuge der beiden zusammengehaltenen Teile mehrmals angesetzt wird. Durch die Kapillarwirkung läuft das Aceton in der Trennfuge entlang und verschweißt die Teile sauber. Für den ersten Vorgeschmack auf die Farbgestaltung des Shuttles habe ich mir das große Blatt mit den Abziehbildern (Foto) schon mal etwas genauer angesehen und bin von der Vielfalt sehr beeindruckt. |
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Flo87 25.05.2010 21:23 Uhr |
Super Bericht!
Weißt du zufällig ob es die BURAN auch als Modell gibt? |
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woschod 25.05.2010 21:36 Uhr |
Hallo Floh87,
die BURAN gibt es in Resin-Ausführung aus den USA bei der Familie Jelitte in Haltern unter www.andromeda24.de Schau doch mal auf deren super Homepage, lege aber Dein Sparschwein schon mal zur Schlachtung bereit. Die BURAN und das Trägerteil sind Resin-Einzelbausätze im gleichen Maßstab und kosten jeweils ca. 60,- Teuro, aber ich versichere Dir, Qualität vom Feinsten. Beste Grüße und vielen Dank für dein Lob woschod |
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woschod 25.05.2010 22:46 Uhr |
Hallo Flo87, ich hoffe, Du nimmst mir das H am Flo in meiner Antwort nicht übel, bin halt ein waschechter Sachse und da lag das H beim Schreiben auf der Zunge.
Nun aber weiter zum Modell. Der Grundierlack ist ausgehärtet und nun müssen die Abziehbilder auf die Cockpitteile. Da ich lt. Bauanleitung die REVELL-Aqua-Color-Farben in seidenmatt benutzt habe, möchte ich ein späteres "Silbern" der Abziehbilder vermeiden und habe die Bauteile auf Hochglanz gebracht. Profis tun dies mit dem magischen Zaubermittel "Future", einem flüssigen Fußbodenwachs aus den USA. Ich tus auch, aber alternativ mit W5 Fußbodenglanz aus dem Lidl-Markt. Das Mittelchen ist eine farblose flüssige Acrylfarbe, sehr dünnflüssig und gleichmäßig auftragend. Mit einem weichen Flachpinsel kann man feinste Polierflächen erzeugen. Darauf werden die Abziehbilder aufgetragen, nach dem Trocknen nochmals mit Future (in Sachsen Fietscher genannt) überpinseln und austrocknen lassen. Jetzt kann mit farbloser Farbe in matt oder seidenmatt der Farbabschluss erfolgen, mit super Optik. Bilder folgen, hier mein Fietscher-Ersatz im Bild. |
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woschod 26.05.2010 17:27 Uhr |
In der Vorbereitung des Cockpiteinbaus wurde im Bug einseitig der Radkasten (Teil 50) und die darüber positionierte Platine mit den Bug-Steuerdüsen (Teil 11) eingeklebt. Eine Passprobe der Rumpfhälften zeigte, dass die Platine beim Zusammenkleben von unten angehoben werden muss, damit sie bündig mit der Außenhaut abschließt. Nur das geht nicht, da die weiteren Einbauteile diesen Zugang versperren, also Radkasten kurzerhand wieder ausgebaut. Durch diesen offenen Schacht kann man mit einem Stift die Platine von unten anheben (Fotos). Der Radkasten wird auch nicht unbedingt bei meiner Bauvariante benötigt und verschlossen dargestellt. |
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woschod 26.05.2010 23:16 Uhr |
Die Baugruppe für das Cockpit ist mit den Abziehbildern bestückt und die Fensterinnenrahmen wurden mit einem Blendschutz in anthrazit matt (09) lackiert. Nach dem Trocknen der Abziehbilder über Nacht wird die gesamte Baugruppe mit Future versiegelt und anschließend farblos seidenmatt lackiert. Auf den Mittelkonsolen des Cockpits wurden zusätzlich "Steuerknüppel" aus gezogenem Gussast platziert.
Das Cockpit sieht nach meiner Meinung ganz hübsch aus und hoffentlich ist nach dem Zusammenbau davon noch etwas zu sehen. |
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woschod 27.05.2010 12:31 Uhr |
Die Cockpitteile sind verklebt und zum Einbau fertig. Als Kleber für die Endmontage hat sich bei mir bisher bestens der Universalklebstoff "August der Starke Kleber" der Werunia GmbH aus Lungkwitz bei Bautzen bewährt (Foto). Der Kleber fügt kraftvoll und transparent, ohne Beeinträchtigung der Lackflächen, die Teile zusammen. Dem Bausatz liegen zwei Astronautenfiguren bei, die gerade bemalt werden. Davon der Astronaut mit Raumanzug für den Außenbereich bei Montagearbeiten mit dem Greifarm und der Astronaut mit der typischen blauen NASA-Missionshose und zivilem T-Shirt, der den Greifarm aus dem Cockpitbereich bedient. |
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woschod 27.05.2010 12:35 Uhr |
Hier die zwei Astronautefiguren während der Bemalung und noch eine Cockpitperspektive. |
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woschod 27.05.2010 13:12 Uhr |
Immer wieder muss eine Passprobe erfolgen. Mit einer Plastikklammer wird der Frachtraum im Shuttle positioniert und dann das Cockpit eingepasst. Ergebnis: passt, wackelt und hat Luft.
Nun noch ein paar gestalterische Kleinigkeiten im Cockpit auf den freien Flächen, die Fenster einsetzen und dann ist mein erster Bauschritt lt. Stufe 1-5 im Bauplan abgeschlossen. |
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woschod 27.05.2010 13:19 Uhr |
Mein zweiter Bauabschitt wird bereits vorbereitet. Die Bauanleitung wird nochmals beäugt und die benötigten Teile werden bereitgelegt. |
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woschod 27.05.2010 15:08 Uhr |
Ich hatte es schon befürchtet, beim Einpassen der Cockpitfenster wurde ersichtlich, dass wegen deren Dicke und welligen Oberfläche kein klarer Durchblick möglich ist. Man erahnt nicht einmal die Inneneinrichtung des Cockpits. Hier hilft evtl. nur ein Überschleifen mit Nassschleifpapier in der 1000er Körnung und anschließendes Versiegeln mit Future oder man fertigt einen Neubau an, aber das erspare ich mir. Schade eigentlich, dass die Inneneinrichtung damit evtl. verloren geht. |
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woschod 27.05.2010 22:06 Uhr |
Das Schleifen der Klarsichtteile ist nicht ganz ohne Risiko, dass anschließend das Teil noch schlechter aussieht, als vorher. Das hängt von der Beschaffenheit des Acrylglas ab und den Schleif- und Poliermitteln.
Im Foto wurde das Fenster mit 1000er Körnung nass geschliffen und sieht nun wie Milchglas aus. Mit noch feinerer Körnung wird weiter kreisend geschliffen und zum Schluß mit Zahncreme und einem weichen Tuch eine feine Politur auf der Oberfläche erzeugt. Den Abschluß bildet ein Tauchbad in Future oder in "gloss cote" von Humbrol. Dann muss man warten und je nach Ergebnis einen nochmaligen Schleifgang angehen. Fotos folgend |
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woschod 27.05.2010 22:11 Uhr |
Hier die Schleiffotos |
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woschod 28.05.2010 14:02 Uhr |
Alle bisher erfolgreich angewendete Tricks, um Klarsichtteile durchsichtig zu machen, scheiterten bei diesen dicken Bausatzfenstern. Nun kann man wählen, deren Einbau ohne Sicht auf das Innenleben des Cockpits oder Neubau der Fenster. Ich habe mich nun doch für den Neubau entschieden, schon um das schöne Cockpit sichtbar zu machen, sonst kann man dies eigentlich weglassen. Als Grundlage diente ein Acryldeckel von einer Frischkäsedose. Auf den zwei Fotos sieht man bereits das eingebaute Fenster in einer Rumpfhälfte und das Mittelfenster für die zweite Rumpfhälfte liegt auf dem zweiten Foto neben dem unbrauchbaren Bausatzfenster. Nun hat der Betrachter freien Durchblick und der kleine Aufwand hat sich gelohnt. |
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woschod 28.05.2010 15:10 Uhr |
Hier nochmals der Überblick zu den Klarsichtteilen des Bausatzes, die wegen der Dicke und einer Wölbung den Durchblick verzerren und gleichzeitig die Eigenbau-Fenster mit zugehöriger Schablone (weiß).
Die gerade Glasfläche ermöglicht einen guten Einblick und kommt den Originalfenstern vergleichsweise sehr nahe. Die Fenster aus dem Bausatz kimmen in die Ersatzteilekiste. |
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